
Naturkosthandel wächst
Bio verkauft sich im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel schlechter
Der Naturkostmarkt ist im ersten Halbjahr 2009 auf bestehender Fläche um 1,5 Prozent gewachsen. Berücksichtigt man auch neue Verkaufsflächen, dann betrug das Wachstum in diesem Zeitraum sogar 5,2 Prozent. Das zeigen Daten des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel sowie aus dem „Umsatzbarometer“ der Fachzeitschrift „BioHandel“.Währenddessen ging der Umsatz im Bio-Gesamtmarkt im ersten Halbjahr 2009 erstmals zurück, wie das Haushaltspanel der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) belegt.
Supermärkte und andere Verkaufsstellen verzeichneten demnach ein Minus von vier Prozent für ihre Bio-Sortimente. Die Discounter mussten sogar einen Rückgang von sechs Prozent hinnehmen. Dabei sanken die Preise um sieben Prozent.
Auch das Marktforschungsinstitut AC Nielsen führte eine Erhebung über 19 Bio-Produktgruppen im Lebensmitteleinzelhandel (ohne Naturkostfachhandel) durch, allerdings ohne die umsatzstarken Warengruppen Obst und Gemüse. Demnach schloss das erste Halbjahr mit plus 0,9 Prozent ab; im zweiten Quartal waren Umsatzrückgaänge festzustellen.
Die Preise im Naturkosthandel blieben im ersten Halbjahr 2009 weitgehend stabil. Dennoch stieg der Absatz, während die Discounter mit neuen Niedrigpreisen für Bio-Produkte kaum neue Kunden locken konnten und letztlich das Halbjahr mit einem Umsatzrückgang abschlossen. „Kunden, denen der Biolandbau und Bio-Lebensmittel am Herzen liegen, honorieren den Preiswettbewerb des Discounts nicht", urteilt Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel in Berlin.
Der Naturkosthandel konnte auch ohne Lockangebote Kunden gewinnen: „Das Wachstum ist auf eine leicht steigende Kundenfrequenz zurück zu führen, die insbesondere auf den großen Flächen im Naturkosthandel zu beobachten war", erklärt Klaus Braun, Autor des Umsatzbarometers. Für Sabine Kauffmann (Geschäftsführerin des BioVerlages) liegen die Gründe auf der Hand: „Wer regelmäßig Bio kauft, honoriert glaubwürdige Unternehmenskonzepte." Im Naturkosthandel ist Bio Kernkompetenz und nicht Imagebringer.
Gut informierte und kritische Kunden übernehmen mit ihren Kaufentscheidungen bewusst Verantwortung für eine biologische Landwirtschaft und für nachhaltige Wirtschaftsformen.
Der Naturkosthandel unterstützt seine Kunden darin, diese Verantwortung zu leben.
Bio aus Überzeugung
Bio ist mehr als der Verzicht auf Pestizide und synthetischen Dünger. So sehen es die Unternehmen der Naturkostbranche. Ihre Pioniere haben Bio erfunden, und sie sind bis heute kompromisslos bei Qualität, sozialer Verantwortung und Umweltschutz. Naturkost steht zu 100 Prozent für Bio und Nachhaltigkeit. Bei uns hat Gentechnik keine Chance.
Bio mit Herkunft
Wissen wo’s herkommt – das ist nicht nur wichtig für Bio-Käufer, sondern auch für Bio-Hersteller. Rohstoffe werden bevorzugt von langjährigen Partnern und regionalen Lieferanten bezogen. Rohstoffeinkauf in der Region stärkt nicht nur langfristige Lieferbeziehungen, sondern auch gewachsene bäuerliche Strukturen in der Region.
Transparenz und Sicherheit
Wissen, was drin ist: Naturkost setzt auf Volldeklaration und sorgt mit zusätzlichem Monitoring für mehr Sicherheit. Auch Bioprodukte werden nicht unter der Glasglocke produziert. Bio-Obst und Bio-Gemüse im Naturkosthandel werden daher seit 2003 systematisch auf Verunreinigungen mit Pestiziden untersucht. Rund 30 Importeure, Exporteure und Großhandelsunternehmen beteiligen sich an diesem BNN-Monitoring, das dazu beiträgt.
Um Kunden im Naturkosthandel so viel Transparenz wie möglich zu bieten, werden auf fast allen Produkten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe vollständig genannt. Für Allergiker ist das ein deutliches Plus an Sicherheit.
Echter Klimaschutz
Wer Bio aus Überzeugung macht, leistet freiwillig mehr für den Klimaschutz. Naturkosthersteller und Großhändler halten den Energieverbrauch in Unternehmen und Produktion durch moderne Technik wie energiesparende Kühltechnik und Beleuchtung und intelligente Logistik so niedrig wie möglich. Viele Unternehmen beziehen Ökostrom oder produzieren Strom und Wärme auch selbst mit Hilfe von Sonne, Wasserkraft und Erdwärme. Echter Klimaschutz bedeutet, im ersten Schritt Klimabelastungen zu reduzieren. Erst danach folgt der Ausgleich unvermeidbarer Emissionen. Das sind zum Beispiel Investitionen in hochwertige Klimaschutzprojekte, die nach dem „WWF-Gold-Standard“ zertifiziert sind.
Natürlicher Geschmack
Bio schmeckt auch ohne zugesetzte Aromen! Im Bio-Fachgeschäft finden Kunden die größte Palette an Lebensmitteln mit natürlichem Geschmack. Dafür gibt es gute Gründe: Durch zu starke Aromatisierung verlieren Lebensmittel ihren ursprünglichen Charakter. Schon Kinder werden an einen intensiven und künstlichen Geschmack gewöhnt und lehnen das Original ab. Viele Produkte aus dem Naturkostfachhandel, darunter auch Limonaden, Fruchtjoghurts oder Tees verdanken ihren guten Geschmack echten Früchten, Kräuter- und Gewürzauszügen oder ätherischen Ölen.
Kompetente Beratung
Kunden im Bio-Fachgeschäft werden gut beraten: Geschultes und engagiertes Personal informiert auf Wunsch über jedes Produkt und über mögliche Zubereitungsformen. Sie geben Auskunft zu gesunder Ernährung und über Zutaten für eine vegane, makrobiotische oder vollwertige Ernährungsweise. Die Angabe aller Inhaltsstoffe ermöglicht klaren Durchblick, besonders für Allergiker.
Service wird auch bei den Herstellern groß geschrieben. Ob Hotline oder Webblog, per Post oder E-Mail: Fragen zu den Produkten, zur Ernährung und mehr beantworten die Unternehmen schnell und kompetent.
Vielfalt
Eine gute Auswahl an beliebten und traditionsreichen Obst- und Gemüsesorten kennzeichnet seit je her das Sortiment im Bio-Fachgeschäft. Diese Vielfalt prägt auch jede andere Produktgruppe von den Molkereiprodukten über Wurst- und Käsespezialitäten bis hin zu Feinkost. Die breite Produktpalette wird jedem Kundenwunsch gerecht.
Alte Tierrassen wie das Angler-Sattelschwein liefern schmackhafte Produkte und mit der Züchtung samenfester Sorten im Gemüseanbau besteht eine echte Alternative zur Gentechnik oder gentechniknahen Züchtungsmethoden.
Verantwortung & ehrlicher Dialog
Werte und Visionen haben die Naturkostunternehmen von Anfang stärker geleitet als kurzfristige betriebswirtschaftliche Überlegungen. Im Laufe der Jahre verständigten sich die Unternehmen im gemeinsamen Verband, dem BNN Herstellung und Handel e.V., auf Regeln für einen Kodex, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Diese „Spielregeln" sichern ab, dass die Naturkostunternehmen den Zielen, zu denen sie sich mit verpflichtet haben, auch treu bleiben. Sie sagen, was Sache ist. Weil dann alle von Naturkost profitieren: Menschen, Tiere, Ressourcen und Umwelt.

Kontakt
Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN)
Herstellung und Handel e.V.
Geschäftsstelle: Albrechtstr. 22
D-10117 Berlin
Tel. 49 (0)30 / 847 12 24-44
Fax 49 (0)30 / 847 12 24-40
kontakt@n-bnn.de











