
Im Wortlaut
Das Herz der Branche
Der erste Teil des Kodexes ist das "Selbstverständnis der Naturkostbranche". Er nennt die zentralen Werte, die die Unternehmen der Naturkostbranche leiten und prägen, insbesondere eine sozial-ökologische Gestaltung der Marktwirtschaft, Verantwortung für Natur und Umwelt, Chancengleichheit und Ressourcengerechtigkeit, Transparenz, ganzheitliche Qualität und Partnerschaftlichkeit.
So können beispielsweise durch langjährige Kooperation mit Lieferanten intelligente Wege der Kostenreduktion entwickelt werden, die nicht zu Lasten eines Partners in der Wertschöpfungskette gehen. Für das einzelne Unternehmen muss der Katalog nicht vollständig sein, aber er zeigt den Grundkonsens und damit das Profil der ganzen Branche.
I . Selbstverständnis der Naturkostbranche
Fundament der Naturkostbranche ist das gemeinsame Anliegen, ökologische Lebensmittel, Naturkosmetik und Drogerieartikel in ganzheitlicher Qualität herzustellen und zu vermarkten.
Aus Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Umwelt umfasst das ganzheitliche Qualitätsverständnis auch den respektvollen und partnerschaftlichen Umgang in der Wertschöpfungskette.
Die Naturkostbranche engagiert sich für die soziaökologische Gestaltung der Marktwirtschaft. Im Naturkosthandel werden daher bevorzugt regionale und saisonale Produkte angeboten, um regionale Wirtschaftskreisläufe und eine ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweise zu stärken.
1. Werte, die die Unternehmen der Naturkostbranche prägen
Die Naturkostbranche ist entstanden aus den emanzipatorischen und sozialen Bewegungen der siebziger und achtziger Jahre.
Getragen
von den Idealen des ökologischen Landbaus ist eine Branche gewachsen,
die für einen nachhaltigen Ernährungs- und Lebensstil steht, der
Gesundheit und Wohlbefinden fördert.
Die Unternehmen stellen die Werte Ressourcengerechtigkeit,
Chancengleichheit für alle Menschen, Natur- und Umweltschutz in den
Vordergrund ihres Handelns.
Eine lebendige Tradition,
Innovationsfähigkeit, Offenheit und Konfliktfähigkeit ermöglichen es,
die gemeinsamen Werte zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Im
Bewusstsein des Wettbewerbs stärken der Verband und seine
Mitgliedsunternehmen faires partnerschaftliches Handeln über alle
Stufen der Wertschöpfungskette
von der Landwirtschaft bis zu den Verbrauchern.
2. Qualitätsführerschaft
Um höchste Qualität zu erreichen, werden bevorzugt Rohstoffe aus
einer Landwirtschaft bezogen, die die Standards der Bio-Anbauverbände
und Mitglieds organisationen der IFOAM einhält.
Die
BNN-Mitgliedsunternehmen produzieren und handeln Bio-Lebensmittel,
Naturkosmetik und Drogerieartikel, die schonend verarbeitet sind. Dafür
setzen sie energieeffiziente und umweltfreundliche
Verarbeitungsverfahren ein. Die Branche zeichnet sich dabei durch hohe
Innovationskraft aus.
Produktionsprozesse, Handelswege und Produktdeklarationen sind transparent.
Auf allen Ebenen von Herstellung und Handel überzeugt die Naturkostbranche ihre Kunden mit hoher Servicequalität.
3. Verbands- und Unternehmenskultur
Für die Unternehmen im BNN Herstellung und Handel e.V. gilt: "Wir sagen, was wir tun und wir tun, was wir sagen."
Geradlinigkeit, Offenheit und Mut machen die Unternehmen zu verlässlichen Partnern.
Sie entwickeln gemeinsam Strategien (beispielsweise das
BNN-Monitoring für Obst- und Gemüse), um mit den Unternehmen in den
Wertschöpfungsketten mittel- und langfristig wirtschaftlich erfolgreich
sein zu können.
Die Unternehmen schaffen und sichern Arbeitsplätze
und bieten herausfordernde Aufgaben bei leistungsgerechter Entlohnung,
die sich am Ergebnis des Betriebs orientiert. Sie sind
familienfreundliche Arbeitgeber.
Die Verbandskommunikation ist
verständlich und praxisnah. Sie fördert Austausch, Begegnung und Dialog
in der Naturkostbranche. Verband und Unternehmen informieren die
Öffentlichkeit sachgerecht, aufrichtig und umfassend.
Vertrauen ist gut, Regeln sind besser
Der zweite Teil ist ein "Verhaltenskodex". Er versammelt alle bereits von den Unternehmen im BNN Herstellung und Handel e.V. verabschiedeten Normen wie die BNN-Orientierungswerte für Pestizide und die Verpflichtung zur Volldeklaration auf der Verpackung. Dieser Teil des Kodexes enthält somit das, was in der Praxis bereits als Norm für die Branche umgesetzt worden ist, um den eigenen Werten gerecht zu werden. Dieser normative Teil ist für die Mitglieder des BNN Herstellung und Handel e.V. verbindlich. Die Standards strahlen jedoch seit Jahren auf die gesamte Naturkostbranche aus und haben ihr Image maßgeblich geprägt.
II. Normen
1. Ökolandbau
Die Mitgliedsunternehmen des BNN Herstellung und Handel produzieren und handeln vorrangig ökologisch erzeugte Produkte.
In den Aufnahmekriterien des Verbandes ist dazu festgelegt:
- Importeure können Mitglied werden, wenn der Bio-Anteil 95 Prozent des Umsatzes ausmacht.
- Markenhersteller können Mitglied werden, sofern sie mehr als 50 Prozen ihres Umsatzes mit Bio-Produkten erzielen und eine Marke exklusiv für den Fachhandel bereitstellen. Dabei wird die Listungsbereitschaft des Fachhandels vorausgesetzt.
- Privat-Label-Hersteller und Rohstoffverarbeiter können Mitglied werden, wenn sie mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit Bio-Produkten erzielen.
- Großhändler können Mitglied werden, wenn der Bio-Anteil im Lebensmittelsortiment
- mindestens 95 Prozent beträgt (nicht gerechnet werden die nicht bio-fähigen Lebensmittel wie Wasser und Salz).
- Einzelheiten regeln die IK-Liste (Anlage 1) und die BNN-Aufnahmekriterien
(Anlage 2).
2. Fachhandelsanteil
Die Mitgliedsunternehmen des BNN Herstellung und Handel fördern die Vermarktung von Bio-Produkten und Naturkosmetik über den Naturkost-Fachhandel. In den Aufnahmekriterien des Verbandes ist dazu festgelegt:
- Verarbeitende Unternehmen und Inverkehr bringer charakterisieren sich entweder über die Führung einer oder mehrerer Marken (Markenhersteller) oder
- ihr Schwerpunkt liegt in der Produktion von Private Labels für Markeninhaber und/oder in der Durchführung einfacher Schritte zur Rohstoffverarbeitung (ohne eigene Marke).
- Markenhersteller können Mitglied werden, sofern sie eine Marke exklusiv für den Fachhandel bereitstellen.
- Großhändler können Mitglied werden, wenn mindestens 50 Prozent des Umsatzes im Naturkosthandel erzielt werden.
Die Leitlinie zum Verständnis der Mitgliedschaftskriterien des BNN Herstellung und Handel (Stand: 31.12.2006) definiert die Einkaufsstätten der Naturkost- und Naturwarenbranche im Einzelnen (Anlage 2).
Sie legt auch die Voraussetzungen für die Belieferung von Einkaufsstätten des Fachhandels außerhalb der Naturkost- und Naturwarenbranche fest.
3. Qualitätssicherung
Der BNN Herstellung und Handel entwickelt und betreibt
branchenübergreifende, überbetriebliche Qualitätssicherungssysteme wie
das BNN-Monitoring für Obst und Gemüse im Naturkosthandel und die
Datenbank für Bio-Speiseöle.
Von den im Verband organisierten
Unternehmen wird eine Beteiligung an dieser Arbeit erwartet. Das
schließt das Mitwirken in Netzwerken zur Schaffung breiter und
aussagefähiger Datenbasen ein, in denen Analysebefunde
der Mitgliedsunternehmen in verbandseigene Datenbanken eingestellt werden.
Auf
den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen, auch bei der
Herstellung von Hilfsstoffen und Zutaten oder Verpackungsmaterialien,
wird verzichtet.
Die Unternehmen setzen nur Zusatzstoffe ein, die
der EG-Verordnung 2092/91 (ab 01.01.2009: EG-Öko-Basisverordnung
834/2007) entsprechen.
Liegen für einen zugelassenen Zusatzstoff
begründete Zweifel an dessen gesundheitlicher Unbedenklichkeit vor,
wird dieser nicht eingesetzt. Sie verzichten auf die Bestrahlung von
Lebensmitteln und Fremdkörperdetektion mittels Röntgenstrahlung und
lassen sich von ihren Vorlieferanten den Verzicht auf diese Verfahren
belegen.
Die Unternehmen richten sich nach der BNN-Aromen-
Empfehlung (Anlage 3a und 3b).
Die
Mitglieder des BNN Herstellung und Handel stellen durch schriftliche
Zusicherung ihres Vorlieferanten, durch Analysen oder andere
qualitätssichernde Maßnahmen sicher, dass der BNN-Orientierungswert für
chemisch-synthetische Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs-
und Vorratsschutzmittel (Anlage 4) eingehalten wird.
Es werden nur Lebensmittel gehandelt, die die BNNOrientierungswerte für Weichmacher in Bio-OIivenöl
(Anlage 5) einhalten.
Wirkungsvolle Maßnahmen der betrieblichen Qualitätssicherung garantieren, dass Verunreinigungen mit Pestiziden, gentechnisch veränderten Organismen und anderen unerwünschten Stoffen auf ein Minimum reduziert sind.
4. Transparenz
Die Unternehmen schaffen und erhalten Transparenz in Produktion und Handel.
Eine Volldeklaration wird erwartet (IK-Liste, Anlage 1, und BNN-Beschluss zur Volldeklaration, Anlage 6a und 6b).
Die EU-Bestimmungen zur Rückverfolgbarkeit (EG-Verordnung 178/2002) werden eingehalten.
Die
Unternehmen arbeiten bei Pestizidanalysen mit Laboren zusammen, die vom
Verband für ihre hohe Bio-Kompetenz anerkannt worden sind (Anlage 7;
aktuelle Labor-Liste siehe www.n-bnn.de/labore).
5. Innerverbandliche Zusammenarbeit
Der Verband greift nicht in das Wirtschaftsleben ein.
Er bevorzugt keine Einzelmitglieder (Neutralitätsgebot).
In der Gremienarbeit treten einzelunternehmerische Interessen hinter das gemeinschaftliche Interesse
zurück.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbandes setzen das im Verband erarbeitete Wissen zum Nutzen aller Mitglieder ein.
Der
BNN Herstellung und Handel sorgt dafür, dass das erarbeitete Wissen in
die Unternehmen transferiert wird. Die Mitglieder können auf wichtige
Informationen jederzeit und uneingeschränkt zugreifen.
Über
unternehmensinterne Informationen verfügen ausschließlich die
zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbandes (nicht die
Vorstände), die vertraglich zu Vertraulichkeit verpflichtet sind
(Vertraulichkeitsgebot).
6. Konfliktregelung
Konflikte zwischen den Mitgliedern lösen die Beteiligten im Gespräch. Wenn Verbandsregeln zu Konflikten führen, trägt der Verband zur Klärung oder Lösung aktiv bei.
7. Krisen und Krisenkommunikation
Krisen und Krisenerwartung (insbesondere hinsichtlich der
Produktqualität) werden dem Verband sofort angezeigt. Der Verband
informiert seinerseits die betroffenen Mitglieder.
Der Krisenleitfaden (Anlage 8) regelt das Vorgehen im Einzelnen.
8. Integrität
Die Unternehmen halten sich an gesetzliche Bestimmungen und an die verbandlichen Regeln.
Die Mitglieder erkennen dieses Selbstverständnis an und setzen den Kodex um.
Sie verpflichten sich, den Kodex weiterzuentwickeln und gegebenenfalls anzupassen.
Über den Kodex entscheidet die Mitgliederversammlung des BNN Herstellung und Handel e.V.
Fit bleiben für die Zukunft
Der dritte Teil des
Branchenkodexes nennt wichtige Normierungsziele für die nächsten Jahre.
Er ist ein Arbeitsplan, der alle Themen nennt, für die noch keine
Normen erarbeitet werden konnten. Dieser Fahrplan wird regelmäßig
überprüft und an die Realität in der Naturkostbranche angepasst.
III. Normierungsziele
In den Jahren 2008 bis 2010 wird im Verband an folgenden Normierungszielen zur Erweiterung des vorliegenden Kodex gearbeitet.
Entwicklung von Standards:
- Qualitätssicherung: gentechnisch veränderte Organismen (GVO), Nanotechnologie, Verpackung
- Klimaschutz und Energieeffizienz
- Qualifizierung des Personals
- Mittelstand und Sozialverträglichkeit
- Reflektion der Abschnitte I und II des Kodexes
Erläuterungen zu den Anhängen des Teil II
Der BNN Herstellung und Handel hat wegweisende Normen für die Qualitätsarbeit in der Naturkostbranche geschaffen, die weit über den Kreis der Verbandsmitglieder hinaus im Handelsalltag Gültigkeit haben und befolgt werden. Diese Standards sind dem zweiten Teil des Branchenkodexes als Anhänge beigefügt. Es handelt sich um folgende Regelungen:
Anlage 1 - Liste der Identifikationskürzel für die qualitätsorientierte Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln
Die so genannte IK-Liste für den Naturkostfachhandel dient der
qualitätsorientierten Kennzeichnung von Öko-Lebensmitteln und
ätherischen Ölen in den Großhandelslisten.
Mit ihrer Hilfe lassen
sich verschiedene Herkünfte und ökologische Produktionsweisen erkennen,
die für das im Fachhandel gewünschte hohe Niveau der biologischen
Erzeugung, der Inspektion und der Zertifizierung stehen.
Die
Identifikationskürzel können von allen Naturkostunternehmen verwendet
werden, sind heute gut etabliert und vereinfachen damit auch den
Datenaustausch
zwischen den Handelsstufen.
Anlage 2 - BNN-Aufnahmekriterien
Der BNN Herstellung und Handel vertritt die politischen und
wirtschaftlichen
Interessen von Unternehmen, die sich für die besonderen Werte der
Naturkostbranche engagieren. Die Aufnahmekriterien des Verbandes legen
daher fest, dass Großhändler mindestens die Hälfte ihres Umsatzes im
Naturkostfachhandel erzielen. Markenhersteller können Mitglied werden,
wenn sie eine Marke exklusiv für den Fachhandel bereitstellen. Andere
Bio-Hersteller und Inverkehrbringer sollen schwerpunktmäßig für andere
Markeninhaber produzieren.
Zusätzlich regelt eine Leitlinie die eingegrenzte Belieferung von Einkaufsstätten außerhalb der Naturkost- und Naturwarenbranche.
Anlage 3 - BNN-Aromen-Empfehlung
Naturkostunternehmen verzichten auf natürliche Aromen, wo immer es
möglich ist, obwohl die EU-Öko-Verordnung deren Einsatz auch für
Bio-Lebensmittel gestattet. Doch bei einigen Bio-Produkten wie
beispielsweise Süßigkeiten kann heute noch nicht auf natürliche Aromen
verzichtet werden.
Da aber nicht jedes im Bio-Bereich erlaubte Aroma
die gesetzlich verankerte Bezeichnung "natürlich" verdient, haben die
Mitglieder des BNN Herstellung und Handel die Aromen-Empfehlung
verabschiedet. Darin werden die verschiedenen "natürlichen" Aromen
differenziert und bewertet, um den Einsatz möglichst naturbelassener
Aromastoffe zu fördern.
Anlage 4 - BNN-Orientierungswert für chemisch-synthetische Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs und
Vorratsschutzmittel
Bio-Produkte können nicht unter der Glasglocke produziert werden, so
dass es keinen 100-prozentigen Schutz vor der allgemeinen
Umweltverschmutzung geben kann. Entsprechend lassen sich
Verunreinigungen nicht immer
vermeiden. Mit Hilfe des
BNN-Orientierungswerts für Pestizide können solche Verunreinigungen
jedoch von Rückständen unterschieden werden, die auf eine gezielte
Anwendung von Pestiziden oder auf Probleme in der Qualitätssicherung
zurückzuführen sind.
Der Orientierungswert ist verbindlich für alle BNN-Mitgliedsunternehmen.
Er
gilt jedoch de facto für alle Produkte, die im Naturkosthandel
erhältlich sind. Er wird mittlerweile auch von allen führenden
Analytiklabors und von staatlichen Untersuchungsämtern genutzt..
Anlage 5 - BNN-Orientierungswerte für Weichmacher in Bio-Olivenöl
Der Nachweis von Weichmachern in verschiedenen Olivenölen im Jahr
2005 hat in der Naturkostbranche in kürzester Zeit zu zahlreichen
Verbesserungen in der Qualitätssicherung geführt. Dazu zählen auch die
Orientierungswerte für Weichmacher. Hersteller und Händler im BNN
Herstellung und Handel haben sich verpflichtet, jede
Bio-Olivenöl-Charge auf Weich macher zu untersuchen und nur diejenigen
zu handeln, die die BNN-Orientierungswerte
einhalten.
Anlage 6 - BNN-Beschluss zur Volldeklaration
Die Kunden im Naturkosthandel erwarten größtmögliche Transparenz bei der Kennzeichnung der Inhaltsstoffe. Aufgrund des BNN-Beschlusses zur Volldeklaration findet sich auf nahezu allen Produkten im Fachhandel eine über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Liste aller Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe. Vor allem Allergiker profitieren davon, denn sie erkennen, welche für sie möglicherweise kritischen Zutaten enthalten sind.
Anlage 7 - Labore
Die Unternehmen im BNN Herstellung und Handel e.V. lassen Pestizid-Rückstandsanalysen nur von Laboren durchführen, die höchste Anforderungen an Analyse und Beurteilung von Bio-Produkten erfüllen. Der wissenschaftliche Beirat des Verbandes kontrolliert die Einhaltung dieser Qualitätsstandards.
Anlage 8 - Krisenleitfaden
Der "BNN-Leitfaden für das Management von Krisen im Unternehmen und
von Krisen von branchenweiter Bedeutung" dient dazu, im Falle einer
Krise in einem Mitgliedsunternehmen koordinierte Maßnahmen einleiten zu
können.
Denn eine Krise größeren Ausmaßes in einem einzelnen Betrieb
kann für die gesamte Naturkostbranche zu wirtschaftlichen Verlusten
führen. Es gilt, die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Kunden zu
bewahren.
Der Kodex:
Mehr als schöne Worte.
Der Kodex
soll etwas am Alltag der Naturkostbranche ändern, in den Köpfen der
Entscheider und in den Unternehmen. Ein solcher Leitfaden muss
regelmäßig
überprüft werden: Welche Werte und Normen passen aktuell
zum Selbstverständnis der Naturkostbranche? Welche Regeln müssen
angepasst und welche hinzugefügt werden? Welchen neuen Aufgaben muss
sich die Branche stellen?
Der Kodex gibt der Diskussion, was die
Branche ausmacht und künftig ausmachen soll, Richtung und Struktur.
Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit eines Branchenkodex sind aber nur dann
gewährleistet, wenn er nicht als Marketing-Maßnahme verstanden wird.
Auf der Basis des gemeinsamen Wertefundaments muss jedes Unternehmen
deutlich machen, was es konkret tut für Umwelt, Produktqualität,
Gesundheit und fairen Handel in der Welt.
Bio aus Überzeugung
Bio ist mehr als der Verzicht auf Pestizide und synthetischen Dünger. So sehen es die Unternehmen der Naturkostbranche. Ihre Pioniere haben Bio erfunden, und sie sind bis heute kompromisslos bei Qualität, sozialer Verantwortung und Umweltschutz. Naturkost steht zu 100 Prozent für Bio und Nachhaltigkeit. Bei uns hat Gentechnik keine Chance.
Bio mit Herkunft
Wissen wo’s herkommt – das ist nicht nur wichtig für Bio-Käufer, sondern auch für Bio-Hersteller. Rohstoffe werden bevorzugt von langjährigen Partnern und regionalen Lieferanten bezogen. Rohstoffeinkauf in der Region stärkt nicht nur langfristige Lieferbeziehungen, sondern auch gewachsene bäuerliche Strukturen in der Region.
Transparenz und Sicherheit
Wissen, was drin ist: Naturkost setzt auf Volldeklaration und sorgt mit zusätzlichem Monitoring für mehr Sicherheit. Auch Bioprodukte werden nicht unter der Glasglocke produziert. Bio-Obst und Bio-Gemüse im Naturkosthandel werden daher seit 2003 systematisch auf Verunreinigungen mit Pestiziden untersucht. Rund 30 Importeure, Exporteure und Großhandelsunternehmen beteiligen sich an diesem BNN-Monitoring, das dazu beiträgt.
Um Kunden im Naturkosthandel so viel Transparenz wie möglich zu bieten, werden auf fast allen Produkten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe vollständig genannt. Für Allergiker ist das ein deutliches Plus an Sicherheit.
Echter Klimaschutz
Wer Bio aus Überzeugung macht, leistet freiwillig mehr für den Klimaschutz. Naturkosthersteller und Großhändler halten den Energieverbrauch in Unternehmen und Produktion durch moderne Technik wie energiesparende Kühltechnik und Beleuchtung und intelligente Logistik so niedrig wie möglich. Viele Unternehmen beziehen Ökostrom oder produzieren Strom und Wärme auch selbst mit Hilfe von Sonne, Wasserkraft und Erdwärme. Echter Klimaschutz bedeutet, im ersten Schritt Klimabelastungen zu reduzieren. Erst danach folgt der Ausgleich unvermeidbarer Emissionen. Das sind zum Beispiel Investitionen in hochwertige Klimaschutzprojekte, die nach dem „WWF-Gold-Standard“ zertifiziert sind.
Natürlicher Geschmack
Bio schmeckt auch ohne zugesetzte Aromen! Im Bio-Fachgeschäft finden Kunden die größte Palette an Lebensmitteln mit natürlichem Geschmack. Dafür gibt es gute Gründe: Durch zu starke Aromatisierung verlieren Lebensmittel ihren ursprünglichen Charakter. Schon Kinder werden an einen intensiven und künstlichen Geschmack gewöhnt und lehnen das Original ab. Viele Produkte aus dem Naturkostfachhandel, darunter auch Limonaden, Fruchtjoghurts oder Tees verdanken ihren guten Geschmack echten Früchten, Kräuter- und Gewürzauszügen oder ätherischen Ölen.
Kompetente Beratung
Kunden im Bio-Fachgeschäft werden gut beraten: Geschultes und engagiertes Personal informiert auf Wunsch über jedes Produkt und über mögliche Zubereitungsformen. Sie geben Auskunft zu gesunder Ernährung und über Zutaten für eine vegane, makrobiotische oder vollwertige Ernährungsweise. Die Angabe aller Inhaltsstoffe ermöglicht klaren Durchblick, besonders für Allergiker.
Service wird auch bei den Herstellern groß geschrieben. Ob Hotline oder Webblog, per Post oder E-Mail: Fragen zu den Produkten, zur Ernährung und mehr beantworten die Unternehmen schnell und kompetent.
Vielfalt
Eine gute Auswahl an beliebten und traditionsreichen Obst- und Gemüsesorten kennzeichnet seit je her das Sortiment im Bio-Fachgeschäft. Diese Vielfalt prägt auch jede andere Produktgruppe von den Molkereiprodukten über Wurst- und Käsespezialitäten bis hin zu Feinkost. Die breite Produktpalette wird jedem Kundenwunsch gerecht.
Alte Tierrassen wie das Angler-Sattelschwein liefern schmackhafte Produkte und mit der Züchtung samenfester Sorten im Gemüseanbau besteht eine echte Alternative zur Gentechnik oder gentechniknahen Züchtungsmethoden.
Verantwortung & ehrlicher Dialog
Werte und Visionen haben die Naturkostunternehmen von Anfang stärker geleitet als kurzfristige betriebswirtschaftliche Überlegungen. Im Laufe der Jahre verständigten sich die Unternehmen im gemeinsamen Verband, dem BNN Herstellung und Handel e.V., auf Regeln für einen Kodex, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Diese „Spielregeln" sichern ab, dass die Naturkostunternehmen den Zielen, zu denen sie sich mit verpflichtet haben, auch treu bleiben. Sie sagen, was Sache ist. Weil dann alle von Naturkost profitieren: Menschen, Tiere, Ressourcen und Umwelt.

Kodex Broschüre
Werte, Normen und Richtlinien der Naturkostunternehmen im BNN Herstellung und Handel e.V. 2008 erstmals als verbindlicher KODEX verabschiedet.










